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200 Jahre Saxonia Jena„Toleranz – eine Leitidee der Saxonia seit ihrer Gründung 1805?“ war Titel der Kommersrede von Prof. Dr. Dr. h.c. Christian Streffer Saxoniae Jena, Saxoniae Bonn, Borussiae Tübingen zum 200. Stiftungsfest der Saxonia Jena. Der Festkommers mit feierlichem Landesvater wurde am 10. Juni 2005 im historischen Volksbad- Gebäude veranstaltet. Prof. Streffer gab den Anfang der Konstitution der Saxonia wieder: „Jene sittliche Bildung aber ist notwendig durch Grundsätze bedingt, Grundsätze worin nicht steife Mode und Pedantismus sich ausspricht, sondern worin der Jüngling, wie, in welchem Stande und Alter er ist, berücksichtigt wird. Welche Grundsätze aber sind dem Jünglinge geeigneter, dem Burschen angemessener, als Ehre, Frohsinn, Einigkeit?“ „Heute“, so Prof. Streffer, „dürfen wir mit Dankbarkeit und Stolz gegenüber unseren Vorfahren in den Corps Saxonia Jena und Saxonia Bonn feststellen, daß uns aus dem Anfang des 19. Jahrhunderts eine Constitution überkommen ist, die über 200 bzw. 173 Jahre gelebt worden ist, die heute in unserem verfaßten Staat hochmodern ist.“ Mit Sicherheit und fester Überzeugung könne heute gefragt werden, ob die Geschichte unseres Landes nicht besser verlaufen wäre, wenn sich mehr Menschen an den Wertvorstellungen der Constitution aus den Anfängen des 19. Jahrhunderts orientiert hätten. Als Landsmannschaft Altenburgia am 13. Februar 1805 gegründet und anschließend in Saxonia umbenannt, rekonstituierte sich diese am 7. Juni 1820 als Corps Saxonia. Friedrich Wilhelm Ernst von Schiller, der Sohn des großen deutschen Dichters, wurde 1814 bei Saxonia aktiv. Im Wintersemester 1898/99 wurde das an der Knebelstraße gebaute Corpshaus bezogen. Nach der Zwangsauflösung 1936 wurde das Corps am 13. Januar 1951 in Bonn zusammen mit dem Kartell Saxonia Bonn als Corps Saxonia Jena et Bonn zu Bonn rekonstituiert. Am 14. April 1993 nahm die Saxonia Jena wieder den Corpsbetrieb in Jena auf. „Für die Universität Jena ist es ein Grund zur Freude, daß Saxonia 1993 zurück nach Jena gekommen ist“. So ein Auszug aus dem Grußwort von Rektor Prof. Dr. Klaus Dicke auf dem Festakt am Samstag, dem 11. Juni, in der Aula der Friedrich-Schiller-Universität. Dies sei ein wichtiger Beitrag zur Vollendung der Wiedervereinigung gewesen. Die Verbundenheit Saxonias mit ihrer Universität drücke sich auch in zahlreicher Mitgliedschaft in der „Gesellschaft der Freunde und Förderer der Friedrich-Schiller-Universität“ aus. Ministerpräsident a.D. Prof. Dr. Bernhard Vogel, Vorsitzender des Vorstands der Konrad-Adenauer- Stiftung und Vorsitzender des Kuratoriums der Friedrich-Schiller- Universität gab in seiner Festrede Einblicke in das Zusammenwachsen von Ost und West nach der friedlichen Revolution 1989. „Nichts ist schöner als die Tatsache, daß wir dieses Fest hier gemeinsam in Jena feiern dürfen“. Prof. Dr. Vogel zeigte sich bestürzt, daß in den Neuen Ländern zunehmend Zweifel an der Demokratie als bester Staatsform auftauchten. Der Festball im Volkshaus und der Familientag auf der Terrasse und im Garten der Mensa Philosophenweg beschloß das 200. Stiftungsfest. Michael Schur Cherusciae, Joanneae |