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Bericht des VAC-VorstandsAuch im zweiten Amtsjahr konnte der derzeit amtierende VAC-Vorstand München die finanzielle Konsolidierung des Verbandes fortsetzen. Desweiteren fand eine erste Sitzung der Kartellkommission statt, in welcher ein einstimmiger Grundsatzbeschluß zur Aufnahme ip dimittierter Kösener Corpsstudenten in den WSC gefaßt wurde. Danach würde eine solche Aufnahme dem Geist des Kartellvertrages widersprechen. Auslöser war bekanntlich die Aufnahme eines ip dimittierten Mitgliedes des Corps Vandalia-Teutonia, in ein Weinheimer Corps. Die Kartellkommission wird sich desweiteren mit Anträgen zur Zusammenarbeit der Vororte sowie der Überarbeitung und Aktualisierung des Kartellvertrages beschäftigen. Nicht nur im Kreise der Kösener Corpsstudenten, sondern auch mit den Vertretern der Weinheimer Verbände wurden Diskussionen über die Konzeption der Verbandszeitschrift geführt. Daß diese Gespräche teilweise - auch innerverbandlich - kontrovers geführt wurden und werden, ist nicht schlimm, sondern spricht für die Qualität der Gesprächsteilnehmer und ihrer Standpunkte. Wichtig ist jedoch, daß derartige Verhandlungen ergebnisoffen geführt werden, damit Resultate erzielt werden können, die tatsächlich den Interessen der Beteiligten entsprechen. Daß hier verschiedene Aspekte berücksichtigt werden müssen, erleichtert die Sache nicht. Der VAC-Vorstand ist der Auffassung, daß die Kosten der Verbandszeitschrift entschieden zu hoch sind. Vorhandene Einsparpotentiale konnten insbesondere wegen starrer vertraglicher Bindungen nicht genutzt werden. Die Möglichkeiten der herausgebenden Verbände zur Mitwirkung müssen darüberhinaus verbessert werden. Die Verbandszeitschrift bildet derzeit weder das Spektrum corpsstudentischer Meinungen ab, noch ist sie meinungsbildend. Ein platzsparenderer Umgang mit Bildern dürfte eine Verbesserung inhaltlicher Tiefe mit sich bringen. Nachdem der oKC einen Antrag, allen Kösener Inaktiven die Verbandszeitschrift auf Kosten des VAC zuzusenden, wenn sich die CC nur verpflichten, die Anschriften der Inaktiven mitzuteilen, ablehnte, stellt sich verstärkt die Frage nach der Sinnhaftigkeit unserer Verbandszeitschrift. Ist es die Angst der Aktiven vor einer „Überlastung“ durch die Verpflichtung zur Mitteilung der Inaktivenadressen, oder schätzt man die Zeitschrift so gering, daß man sie noch nicht einmal geschenkt haben möchte? Beide Alternativen geben Anlaß zur Sorge. Über die Vorgehensweise zur künftigen Gestaltung der Verbandszeitschrift sind sich die Corpsverbände derzeit nicht einig. Während der VAC eine Stellenausschreibung vorschlägt, in welcher sich Schriftleiter in spe mit einem Konzept bewerben können, wird von Seiten des WVAC der Weg favorisiert, zunächst ein neues Konzept festzulegen und erst dann personelle Änderungen stattfinden zu lassen. Damit begäbe man sich jedoch der Möglichkeit, schon bei der Kandidatensuche wertvolle fachkundige Anregungen für die künftige Ausrichtung und Gestaltung der Verbandszeitschrift zu erhalten. Eine Lösung von den derzeitigen vertraglichen Bindungen wird vom VAC-Vorstand jedoch für unumgänglich gehalten, zumal es nicht notwendig erscheint, einer an den Werbeeinnahmen beteiligten Schriftleitung für vier Ausgaben Einnahmen von mehr als 20.000 Euro zu ermöglichen. Auch wenn aus Rücksicht auf die Mitherausgeber eine Stellenausschreibung zunächst zurückgestellt wird, sind Interessentenanfragen über das Büro des 1. Vorsitzenden schon jetzt willkommen. Begleiterscheinungen des oKC haben auch in diesem Jahr für bittere Beschwerden von Seiten der Aktiven und Alten Herren gesorgt. Besonders unwürdig und auch beherztem Eingreifen verantwortungsbewußter Corpsstudenten nicht zugänglich ist es beispielsweise, wenn ein Aktiver eines Aachener Corps öffentlich seine Notdurft verrichtet. Einen weiteren Tiefpunkt des corpsstudentischen Beisammenseins stellte auch der körperliche Angriff eines Alten Herrn aus Würzburg auf einen Aktiven dar, der darauf beruhte, daß der Alte Herr nicht in der Lage war, stabilen Sitz auf der Bierbank zu finden. Die Stimmung auf unserer Verbandstagung ist schlecht und ihre Nachwehen sind gravierend. Die Gefahr besteht, daß die von Seiten prominenter Corps bereits abgegebenen Unmutsäußerungen sich zur Abwendung von unseren Veranstaltungen und auch von den Verbänden entwickeln könnten. Die Wahlen zum Gesamtausschuß (GA) haben personelle Veränderungen mit sich gebracht. So scheiden die verdienten und langjährigen Mitglieder, Dietrich Normanniae Berlin, Saxoniae Konstanz, Neoborussiae Halle und Zehner Hubertiae München, Budissae aus dem GA aus, nachdem sie sich nicht mehr zur Wahl gestellt hatten. Für ihr ehrenamtliches Engagement sei ihnen an dieser Stelle nochmals herzlich gedankt! Den in diesem Jahr neu in den GA gewählten Mitgliedern, Bamler Palaio-Alsatiae, Masoviae und Haußner Sueviae München wird hiermit stellvertretend für alle (wieder-) gewählten GA-Mitglieder herzlich gratuliert. Unter dem Stichwort "Bologna" findet derzeit ein tiefgreifender Umbau der Hochschullandschaft statt, der sich in nicht allzuferner Zukunft auswirken wird. Neben dem Abschluß als Master, der wohl weitgehend dem heutigen Hochschulabschluß entsprechen soll, wird der Bachelor, der schon nach einem Grundstudium erlangt werden kann, als berufsqualifizierend eingeführt. Diese Zweiteilung hat die Fragestellung zur Folge, ob jemand, der nur einen Bachelorstudiengang absolviert hat, denjenigen Vorstellungen vom Bild eines Akademikers gerecht wird, das unseren Statuten zugrundeliegt. Sollte das nicht der Fall sein, muß geklärt werden, wie mit dieser Situation umgegangen wird, wenn jemand sein Studium als Bachelor beendet und keinen Abschluß als Master anstrebt. Diese Fragen betreffen den Kernbereich des Corpsstudententums. Von ihrer Beantwortung hängt es ab, ob es in zehn Jahren noch Corps in der heutigen Form gibt. Es geht längst nicht mehr nur um die Frage, ob das Aktivsein neben dem Studium möglich ist, sondern ob die Art des Studiums die Aufnahme in ein Corps rechtfertigt. Dies könnte auch ein Thema für eine der nächsten Arbeitstagungen sein.
Kroll Sueviae München
Anmerkung der Schriftleitung Hier ist dem VAC-Vorstand wohl ein kleiner Lapsus unterlaufen: Die Herausgeber der Zeitschrift (VAC, WVAC, KSCV und WSC) legen zusammen mit der Schriftleitung Form und Inhalt der Zeitschrift fest, wobei die Schriftleitung kein Stimmrecht ausüben darf. Im übrigen: Die Schriftleitung wird nicht an Anzeigeneinnahmen beteiligt. Die Schriftleitung wirbt Anzeigen ein und beteiligt die Verbände zur Kostensenkung der Zeitschrift an den Erlösen. |