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Hochschulort Bielefeld

Bielefelder Spinnereien

Die spinnen die Bielefelder - oder besser: haben gesponnen. Und zwar Leinen. Bielefelder Leinen war selbst in entfernten Ländern, wie England, Skandinavien oder auch in Nordamerika begehrt und machte heimische Kaufleute reich.

Gesponnen haben die Bielefelder seit Gründung der Stadt im Jahr 1214. Ende des 16. Jahrhunderts entwickelte sich aus dem Spinnen und Weben in der heimeligen Wohnstube ein berufsmäßig betriebenes Gewerbe.

 

Bielefelder Wäsche

Der Faden, an dem der Wohlstand der Stadt hing, riss vorübergehend mit Beginn des Industriezeitalters und der Konkurrenz neuer billiger Baumwollstoffe. Den Bielefeldern blieb nichts anderes übrig, als sich anzupassen. Fabriken schossen wie Pilze aus der Erde. In der Ravensberger Spinnerei, die später zu den größten Spinnereien Europas gehören sollte, wurde das Flachs der Umgebung fortan maschinell gesponnen. Da es keinen Grund gab, die Garne nicht auch gleich vor Ort weiterzuverarbeiten, wurde zusätzlich eine mechanische Weberei eingerichtet. Wer etwas auf sich hielt, trug "Bielefelder Wäsche".

 

Fabriken und Studenten

Für Fabriken benötigte man aber Maschinen, und da ebenfalls kein Grund bestand, sie nicht vor Ort herzustellen, stellte man sie eben vor Ort her. Bis heute prägen Firmen der Wäsche- und Bekleidungsindustrie sowie des Maschinenbaus die Stadt. Bekannt ist Bielefeld heute aber auch wegen seiner Universität, die neue Wege in Forschung und Lehre geht. Die Universität genießt einen hervorragenden Ruf und gilt in manchen Fächern als eine der besten in Deutschland.

 

Bielefeld heute

Vom damaligen Wohlstand zeugen bis heute einige Gebäude Bielefelds. Beim Spaziergang durch die Fußgängerzone der Altstadt gelangt man automatisch zum "Alten Markt" mit seinen Bürgerhäusern. An normalen Tagen kann man gemütlich über den Platz schlendern, die Giebel der Dächer bewundern und dem Glockenspiel der Altstädter Nicolaikirche lauschen. Während des Stadtfestes, dem Leinewebermarkt, stehen die Besucher dichtgedrängt Fuß an Fuß, umgeben von Lachen, Stadtklatsch und der Musik, die aus allen Ecken hallt.

 

Backpulver und Blasmusik

Musik ertönt auch aus den Gefilden der Rudolf-Oetker-Halle. Gestiftet hat sie - der Name lässt es bereits vermuten - Dr. Oetker, der in Bielefeld sein Glück mit Backpulver und anderen Nahrungsmitteln machte. Unter dem Dach der schlichten monumentalen Halle gibt es alles was Herz und Ohr begehrt: Musik, Tanz und nicht zu vergessen: Der Bielefelder Hochschulchor.

 

Hoch über der Stadt im Wald

Quält man sich die steilen Straßen hoch zur Sparrenburg, dem Wahrzeichen Bielefelds, so wird man mit einem wunderbaren Blick über die vom Teutoburger Wald umgebene Stadt belohnt. In Deutschland kennt den Teutoburger Wald fast jeder. Und das nicht, weil hier in Sachen Sport und Erholung so ziemlich alles möglich ist, sondern aufgrund einer Schlacht: Hier besiegte Hermann der Cherusker im Jahre 9 nach Christus die Römer - ein Datum, das wahrscheinlich jeder deutsche Pennäler mal im Geschichtsunterricht gehört hat.

Der Blick von der Sparrenburg bietet aber noch mehr: Zur einen Seite ist die Altstadt zu erkennen, weiter weg die weißen Gebäude der Universität und auf der anderen Seite des Burghügels liegt der Stadtteil Gadderbaum. Ein Stadtteil der weltberühmt ist für seine Krankenanstalten Bethel.

 

Das Haus Gottes

Der Pastor Friedrich von Bodelschwingh schuf 1866 einen Hort für Behinderte und Hilfsbedürftige. Das Wort Bethel kommt aus dem Hebräischen und heißt "Das Haus Gottes". Über 14.000 Menschen werden in den Kliniken versorgt und sind in Heimen untergebracht. Kranke und Behinderte finden einen neuen Lebenssinn bei der Arbeit in den vielen Werkstätten und Werktherapien. Sogar eine eigene Währung, das "Bethel-Geld", gibt es hier. In einigen Bereichen, zum Beispiel bei der Behandlung von Epilepsie, sind die Kliniken führend.

Weitere Informationen zur Stadt Bielefeld unter www.bielefeld.de

© 2004 Deutsche Welle

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