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Hochschulort Bochum

Fern von Kohle und Stahl

"Schweiß ist ziemlich 'out', Grips 'in'". Auf diese markige Formel bringt Bochums Stadtverwaltung jenen Strukturwandel, der in der Industriestadt tief im Westen Deutschlands seit Jahren in vollem Gange ist. Vorbei sind die Zeiten, als Kohle und Stahl das Leben im Ruhrgebiet prägten. 5,5 Millionen Menschen leben heute im Ruhrgebiet, einem der größten Ballungszentren Europas - davon allein etwa 400.000 in Bochum.

 

Zechen ade

Im Zuge der Industrialisierung im vergangenen Jahrhundert stieg die Einwohnerzahl stark an. Schon 1929 wohnten hier 320.000 Menschen, und Bochum zählte damit zu den Großstädten. Im Zweiten Weltkrieg wurde die Stadt völlig zerstört. Kohleabbau und die Eisen- und Stahlverarbeitung waren Wachstumsmotoren, bis es zur großen Krise im Bergbau kam. Von 1960 bis 1973 kam es zur Schließung aller 17 Zechen und zum Verlust von 45.000 Arbeitsplätzen. Auch in der Eisen- und Stahlindustrie verloren 15.000 Menschen ihre Arbeit.

 

Bochum- die neue Dienstleisterstadt

Dann kam der Strukturwandel. Bochum setzte auf den Dienstleistungsbereich und gewann. Heute sind in über 11.000 Unternehmen und Betrieben unterschiedlichster Branchen und Industriezweigen 40.000 neue Arbeitsplätze geschaffen worden. Der größte Arbeitgeber der Stadt ist der Automobilkonzern Adam Opel AG. Europas größter Textilhersteller, der Steilmann-Konzern, gehört genau so zu Bochum, wie Nokia, Thyssen-Feinguß und die Gesellschaft für elektromagnetische Werkstoffe.

 

Der Bildungsboom

Mit dem Ende der Kohle- und Stahl-Ära begann auch der Bildungsboom in der Region: die Ruhr-Universität Bochum (RUB) war Anfang der 60er Jahre die erste neu gegründete Universität in der Bundesrepublik. Der Koloss aus Stahl und Beton ist heute eine der größten und vielseitigsten Bildungseinrichtungen Deutschlands und zieht junge Technologieunternehmen und Studierende aus der gesamten Region an.

In Bochums praktischer aber konturloser Innenstadt und den angrenzenden Wohnvierteln sind die rußverschmutzten Fassaden heller geworden, seitdem die letzte Zeche geschlossen wurde. Allerdings lebt in den Köpfen der Menschen weiterhin das Bild der Fördertürme, Hochöfen und Stahlgießereien weiter. Doch diese Zeiten sind endgültig vorbei. Bochum präsentiert sich von seiner grünen Seite. Denn Wälder, Wiesen und weitläufige Parkanlagen bestimmen mehr als die Hälfte des Stadtgebiets. Dennoch findet man ihn, den Charme der Arbeiterstadt an vielen Ecken. Rostige Industriedenkmäler und rauchige Eckkneipen zeugen von vergangenen Zeiten. Wer dagegen noch Bergbau "live" erleben möchte, muss ins Museum gehen - das weltweit bedeutendste steht mitten in Bochum.

Weitere Informationen zur Stadt Bochum unter www.bochum.de

© 2004 Deutsche Welle

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