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Corps Borussia Greifswald



Stiftungsfest 2002: Mitglieder der Borussia Greifswald und Gäste.

Sein 150. Stiftungsfest feierte das seit 1949 beheimatete Corps Borussia Greifswald in Gryps. Zunächst in einer Art „Probelauf“ unterhielt das Corps vom Wintersemester 1991 / 92 jeweils einen CC in Mainz und in Greifswald. Am 11. Oktober 1991 wurde mit Martin Jürgens das erste Corpsmitglied seit 1935 in Greifswald rezipiert. Frederik Müller Borussiae erzählt: „Wir hatten eine angemietete Etage in einem Greifswalder Neubaugebiet. Eine zweigleisige Vorgehensweise, die allerdings erst einmal nach dem Sommersemester 1992 beendet wurde.“ Borussia konzentrierte sich wieder auf Mainz, begründete aber den „Förder- und Freundeskreis der Preussen in Greifswald“, der intensiv den endgültigen Umzug von Mainz nach Greifswald vorbereitete.

 

„Schlüsselerlebnis war der vom Förderverein durchgeführte Ausflug nach Greifswald im September 1996“, schreibt der AHVorsitzende Jörg-Eckhard Stoll Borussiae. Gemeinsam wurden Immobilienadressen angeschaut – darunter auch das jetzige Corpshaus an der Goethestrasse, damals

noch das Hotel „Warsteiner Hof" (Das ehemalige Corpshaus an der Arndtstrasse beherbergt zur Zeit den Fachbereich Politikwissenschaften der Universität). Stoll: „Da sich der aktive CC auf dem FCC 1996 für einen baldigen Umzug nach Greifswald ausgesprochen hatte, bestand nun Handlungsbedarf. Die denkwürdige Entscheidung fiel auf dem aoFCC am 19. Oktober 1996 auf dem Corpshaus in Mainz in der FritzKohlstrasse: Mit einer qualifizierten Mehrheit von deutlich mehr als der von der Konstitution geforderten 2 / 3 der Stimmen wurde eine nun endgültige Verlegung des CC-Betriebes nach Greifswald zum Sommersemester 1997 beschlossen. Die AH-Versammlung stimmte anschliessend für den Erwerb des „Warsteiner Hofes". Mit einem Kommers wurde am 19. April 1997 auf dem Haus in Greifswald der Aktivenbetrieb wieder aufgenommen. Senior für die ersten drei Semester war Timo Ackermann, der noch in Mainz recipiert worden war. Zusammen mit Sven Bausemer Normanniae Berlin, Borussiae baute er schnell einen starken aktiven CC auf.

 

„Wir haben sehr früh begriffen, dass wir Werbung machen müssen. Schliesslich kommen Studenten nicht so schnell nach Greifswald", erklärt der gebürtige Tübinger Moritz Schmelzle Borussiae den Nachwuchserfolg seines Corps. So wurden zum Beispiel im Wintersemester 1998 / 99 fünf Füchse aktiv. Der gute Aktivenbestand ermöglichte es sogar, das Kartellcorps Thuringia bei seiner Rückkehr von Saarbrücken nach Leipzig mit zwei Corpsburschen zu unterstützen.

 

Jeweils zu Beginn des Semesters veranstaltet Borussia Tutorenwochen auf dem Corpshaus, an denen bis zu 100 Erstsemester teilnehmen. Für den Ausklang wird ein Partykeller gemietet, die Gäste intensiv betreut. Frederik Müller: „Wir machen uns nichts vor, wir sind hier in der Provinz, da müssen wir sehr aktiv werden und das Corps für jeden Gast interessant machen, um zu gutem Nachwuchs zu kommen."

 

Das Corps ist denn auch in der Greifswalder Studentenschaft sehr gut integriert. Das reicht sogar bis hin zu einer exzellenten Zusammenarbeit mit dem Asta (in dem auch zwei Corpsstudenten vertreten sind), der sogar ein Taschenkommersbuch herausgegeben hat. Christoph Niedermeyer Borussiae, Hasso-Nassoviae: „Mittlerweile wird sogar ein Mai-Singen veranstaltet.“

 

Ein klein wenig Stolz auf die eigene Leistung ist denn auch zu verzeichnen, wenn es auf jedem Einladungsplakat, Flyer, dem Semesterprogramm und der Internetseite heisst: „Corps Borussia – ein starkes Stück Greifswald.“


Corps Guestfalia Greifswald



Mitglieder der Guestfalia im Gartenpavillon des Corps.

Am 10. Juni 1993 rekonstituierte die Guestfalia in Greifswald. Acht Alte Herren des seit 1951 mit der Guestphalia Bonn fusionierten Corps hatten sich bereits zu Beginn des Sommersemesters 1993 aktiv gemeldet und machten so das zur Fusion gegebene Versprechen wahr, „jede nur mögliche Unterstützung bei der Rekonstitution der Guestfalia Greifswald zu gewähren“. Annähernd 90 Bonner und Greifswalder Westphalen hatten durch eine Bandaufnahme die Rekonstitution mitgetragen und ermöglicht. Schon das 155. Stiftungsfest wurde 1992 in Greifswald gefeiert.

 

Sofort nach dem Mauerfall hatte es Gespräche über eine Rückkehr nach Greifswald gegeben. „Anfangs war allerdings noch unklar, ob die Ernst-MoritzArndt-Universität weiterbestehen würde“, erläutert der AH-Vorsitzende Dirk Schildmann Guestphaliae Bonn, Guestfaliae. Es bedeutete einen Glücksfall für das Corps, dass der langjährige AHVorsitzende Klaus Haack II Guestphaliae, Guestfaliae von 1992 an als Präsident des Oberverwaltungsgerichts in MecklenburgVorpommern in Greifswald vor Ort war, der als „Motor“ die Entwicklung vorantrieb.

So kamen 1994 zwei Westfalen als wissenschaftliche Mitarbeiter an die Juristische Fakultät, ein weiterer als Arzt an die Universitätsklinik. Zunächst bezog Guestfalia eine Wohnung in einem Haus, das zwar – wie viele Gebäude in der Nachwende-Zeit – kaum noch bewohnbar war, für die ersten Kneipen nach der Rekonstitution jedoch einen unvergesslichen, provisorischen Charme vermittelte. Als die Einsturzgefahr immer größer wurde, zogen die Westfalen in eine andere, in der Fußgängerzone gelegene Wohnung um. Diese war zwar sicherer, bot aber den in den Jahren 1998 und 1999 teilweise fast zwei Meter großen Aktiven nicht die Möglichkeit zum Pauken. Das Angebot des SC-Corps Borussia, auf dessen Haus die Paukstunden abhalten zu können, wurde daher gerne angenommen.

 

Die Westfalen beschlossen so, das Haus am Karl-Marx-Platz 16 zu kaufen. Es wurde eine Investorengemeinschaft begründet, um das denkmalgeschützte Haus komplett renovieren, sanieren und modernisieren zu können. Und das mit allem Komfort, wie zum Beispiel sieben Appartments, die nicht nur an Corpsmitglieder vermietet werden. Das alte Corpshaus an der Stralsunder Straße 9 sollte nicht zurückgekauft werden und wurde vom Corps Marchia erworben.

 

„Ein großer Vorteil für die Gewinnung von Aktiven war sicherlich, dass bei uns viele Söhne Alter Herren des eigenen, aber auch anderer Corps aktiv geworden sind“, erklärt der 1996 rezipierte Hendrik Buurmann. So wie der aus Leer gebürtige Student der Politikwissenschaft stammt ein großer Teil der Aktiven und Inaktiven aus Nordwestdeutschland – wenige dagegen aus Greifswald und dessen Umgebung.

 

Von Beginn an gab es sehr gute Kontakte zur Universität, die sich zum Beispiel auch darin ausdrücken, das oftmals der Rektor oder Professoren als Gäste begrüßt werden können und es auch Antrittsbesuche der Chargierten beim Rektor gab. „Wir wollen auch das gesellschaftliche Leben der Stadt etwa durch Bälle oder Vortragsveranstaltungen bereichern“, nennt Sönke Lewering ein Ziel des dem blauen Kreis angehörenden Corps.

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