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Das heutige Studium in München gestaltet sich sehr interessant und breitgefächert. Die Freizeitgestaltung in München ist äußerst vielfältig. Von Hochschulsport über abendliches Ausgehen in einschlägigen Szenekneipen, bis hin zu vielfältigen Ausflugsmöglichkeiten in die nahgelegenen Alpen, bietet München alles, was das Studentenherz begehrt. Vor allem kann München als größter SC mit 19 Corps aufwarten, die mannigfache Möglichkeiten zur Selbstverwirklichung bieten. Ludwig-Maximilians-Universität | Technische Universität | BW Uni Die LUDWIG-MAXIMILIANS-UNIVERSITÄT MÜNCHEN
Die in Ingolstadt gegründete Ludwig-MaximiliansUniversität (LMU) gelangte über Landshut schließlich nach München:
Im Jahre 1459 privilegierte Papst Pius II. (1458-1464) das studium generale in Ingolstadt. Daraufhin errichtete Herzog Ludwig der Reiche 1472 ebenda eine Universität, die elfte hohe Schule des Heiligen Römischen Reiches Deutscher Nation. Die Universität war bis 1806 die einzige Landesuniversität in Bayern. Von 1550 an prägte der Jesuitenorden die neue alma mater entscheidend und gab ihr eine klerikale Atmosphäre, die allerdings nicht nur im Zuge der Aufklärung zunehmend als hemmend empfunden wurde. Ein allgemeiner Niedergang der Wissenschaft setzte ein, weswegen eine Verlegung der Universität geplant wurde, zumal man sich „in der offenen Stadt Landshut" (LMU-Geschichte Seite 79) sicherer, als in der Festung Ingolstadt fühlte, der zu dieser Zeit wieder einmal Krieg drohte. So wurde am 25. November 1799 vom Senat der Umzug beschlossen. Wichtig war hierbei vor allem, alte Zöpfe abzuschneiden und festgefahrene Traditionen zu erneuern.
Die Universität sollte der traditionsreichen Herzogstadt eine neue Chance geben und sie für kurze Zeit zum kulturellen Zentrum Bayerns erheben. Der Umzug erfolgte unter Kurfürst Max IV Joseph, dem späteren König Maximilian I. Von ihm hat die Universität auch ihren Namen: Ludwig nach dem Stifter der Ingolstädter hohen Schule, Maximilian nach dem Herrscher zur Zeit der Verlegung. Am 9. Juni 1804 wurde der Vorlesungsbetrieb im säkularisierten Dominikanerkloster aufgenommen. Namhaftester akademischer Lehrer war Johann Michael Sailer, der die Klammer darstellte „zwischen den Vorzügen jesuitischer Erziehung und geistiger Aufgeschlossenheit."
In Landshut entwickelte sich das Studentenwesen, vor allem der Corpsgedanke, der über Erlangen dorthin gelangt war. So wurde als erstes Corps 1803 die Suevia gestiftet. Weitere folgten: Bavaria (1806), Palatia (1813) und Isaria (1821). Jedoch hatte „im Gegensatz zu Würzburg und Erlangen die Burschenschaft in Landshut keinen Eingang gefunden" (Boehm/Spoerl, Seite 214). Bedingt durch die Schaffung eines Verwaltungsausschusses sank die Universität in Landshut leider zur Mittelmäßigkeit herab. Schließlich wurde eine Verlegung in die bayerische Landeshauptstadt beschlossen, da „München sich einen herrschenden Einfluß auf ganz Deutschland begründen kann, wenn es zum Sammelpunkt der deutschen Jugend geworden ist." (Boehm/ Spörl, Seite 217) Des weiteren sprach die in München seit 1759 bestehende Akademie der Wissenschaften für eine Verlegung. Diese Einrichtung war Sammelbecken der namhaftesten Professoren des Landes. Die Akademie der Wissenschaften bot wesentlich mehr Freiraum für Lehre und Forschung.
Im Herbst 1826 zogen in München 1500 Studenten und 80 Professoren ein. Hervorragende akademische Lehrer konnten gewonnen werden, so beispielsweise der Physiker Franz von Kobell oder der Philosoph Friedrich Wilhelm Schelling. 1840 konnte das neue Universitätshauptgebäude des Architekten Friedrich von Gärtner bezogen werden. In der dunklen Zeit des Nationalsozialismus nahm die Universität München durch die 1942 in ihren Mauern gegründete Widerstandsgruppe Weiße Rose eine führende Rolle in der Kritik gegen das NS-Regime und den Krieg ein. Ihre Mitglieder waren die Geschwister Scholl, Professor Kurt Huber und Christoph Probst. Die Flugblätter, in denen sie der Stimme des Gewissens in Deutschland wieder Achtung und Gehör verschaffen wollten, verschickten sie auch an Anhänger an den Universitäten Saarbrücken, Hamburg, Berlin und Köln. Am 18. Februar 1943 warfen die Geschwister Hans und Sophie Scholl im Lichthof der Universität Flugblätter ab, in denen sie offene Kritik am Nationalsozialismus übten. Sie wurden von der Gestapo verhaftet und zum Tode verurteilt. An die Geschwister Scholl erinnert die Gedenkstätte Weiße Rose, die unter dem Auditorium Maximum eingerichtet ist.
Nach dem Krieg bot die Universität ein Bild der Verwüstung. Viele Hörsäle waren beschädigt, ebenso der Lichthof. Nach dem Wiederaufbau erreichte die Universität eine ungeahnte Größe. Diese gipfelte 1990 in der Zahl von 65 000 Studierenden. Die LMU war zu diesem Zeitpunkt die größte deutsche Universität. Heute umfasst die LMU 43 291 Studenten (Wintersemester 2000/2001) in 19 Fakultäten. Den Studenten stehen 800 Professorinnen und Professoren, sowie 3000 wissenschaftliche Mitarbeiter zur Seite. Etwa 10 000 weitere Mitarbeiter bilden das Service-Team für Forschung, Lehre und für Krankenversorgung im Universitätsklinikum. Neue Gebäude für Pharmazie und Biotechnologie sind in München-Großhadern entstanden, den Geschichtswissenschaften wurde 1999 das Historicum, ein Neubau auf dem Zentralcampus der LMU, zur Verfügung gestellt.
Thomas S. Heglmeier Alemanniae München |