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Editorial"Ach, wie sie Freiheit schrien und Gleichheit, geschwind wollt ich folgen. Und weil die Trepp’ mir zu lang däuchte, so sprang ich vom Dach.“ (Friedrich Schiller) Es ist wahrscheinlich kein Zufall, daß die Stiftung der Corps sowie ihrer Vorläufer, insbesondere der Kränzchen, in einer Zeit stattfand, die litera- turhistorisch als Epoche des klassischen Idealis- mus bezeichnet wird. Als erkannt wurde, daß die französische Revolution nicht nur fortschrittlich, sondern auch mit viel Leid ver- bunden war, begeisterte Friedrich Schiller im ausgehen- den 18. Jahrhundert mit seinen Schriften „Über Anmut und Würde“, „Über das Pathetische“ und der Brieffolge „Über die ästhetische Er- ziehung des Menschen“. Die hierin enthal- tenen Gedanken wur- den Gegenstand akade- mischer Auseinander- setzung. Sie beein- flußten die Denkweise ihrer Anhänger, die das Streben nach Idealen gleichsam verinnerlich- ten und zum Leitbild ihres Strebens nach Gemeinschaft machten. Nicht nur die Studenten waren begeistert, auch Klopstock und Kant wurden mitgerissen. Es war diese bewegte Zeit, in welcher die Deutschen sich zum Volk der Dichter und Denker erhoben. In diesem Jahr kehrt der Todestag von Friedrich Schiller zum 200. Male wieder. Die Vielzahl hierdurch veranlaßter Veröffentlichungen macht es uns in einer Zeit, der die Suche nach dem geringsten Widerstand opportun erscheint, leicht, sich mit seinen Werken zu beschäftigen. Es ist die Gelegenheit, innezuhalten und sich mit den Ein- flüssen zu beschäftigen, die das Corpsstuden- tentum mit seinen Wur- zeln aufgenommen hat. Es ist auch die Gele- genheit, zu prüfen, ob und in welche Richtung eine Entwicklung statt- gefunden hat. Beispiels- weise auch, ob die ur- sprünglichen Einflüsse durch spätere Gescheh- nisse verdünnt oder ausgetrocknet wurden. Dabei den Weizen von der Spreu zu trennen, war auch schon früher ein Problem: „Dacht’ ichs doch! Wissen sie nichts Vernünftiges mehr zu erwidern, schieben sies einem geschwind in das Gewissen hinein.“
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