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Editorial„Das von Toleranz und Werten geprägte Corpsstudententum macht nicht an den Grenzen der Bundesrepublik Deutschland und der Republik Österreich halt." Seit der zweiten Hälfte des 12. Jahrhunderts gehörte das Baltikum – Estland, Livland und Kurland (entspricht heute den Staaten Lettland und Estland) – zum deutschen Kulturraum. Viele Deutschbalten gingen zum Studium nach Deutschland und gründeten dort Studentenverbindungen: In Jena Curonia (1800 – 1808) und Esto-Livonia (um 1806), Curonia in Leipzig (1803 – 1805) und Göttingen (1804 – 1830), in Heidelberg Curonia (1805 – 1820) und Livonia (1806), Curonia in Berlin (1815 – 1820) und in Bonn (1822/23 und 1830), sowie in Karlsruhe Fraternitas Baltica (um 1827). In Dorpat wurden Corps wie die Curonia (1808), Estonia (1821), Livonia (1822) und die Fraternitas Rigensis (1823) begründet. In Riga entstanden Corps wie Fraternitas Baltica (1865), Concordia Rigensis (1869) und Rubonia (1875). Heute gibt es in Deutschland vier baltische Corps, von denen zwei dem KSCV und eines dem WSC angehören. Geschichte und Gegenwart geben so mehr als nur den Anlaß dazu, daß der SC zu Passau als Vorort im KSCV die Initiative ergreift, die baltischen Corps als wichtigen Bestandteil des umfangreichen Korporationswesens in den EUStaaten Lettland und Estland näher an das (Kösener) Corpsstudententum heranzuführen. Das Ziel ist zunächst der Abschluß eines Vorstellungsverhältnisses mit dem in Riga beheimateten Corps Selonia. Ein Beispiel, das Schule machen könnte. Schließlich macht das von Toleranz und Werten geprägte Corpsstudententum nicht an den Grenzen der Bundesrepublik Deutschland und der Republik Österreich halt. Unsere idealistische Geisteshaltung ist universell. Die baltischen Corps sollten uns willkommen sein. |