![]() |
Erster Weltkorporationstag in Würzburg
Es war ein Fest. Erstmals in der Geschichte der Korporationen trafen sich in Würzburg Verbindungsstudentinnen und Verbindungsstudenten aus neun Ländern zu Begegnung, Vorträgen, Gedankenaustausch, Festakt, Kommers, Forum und Ball . . . zusammen. "Begegnungen verbinden" war das Motto des Ersten Weltkorporationstags, der vom 14. bis 17. November 2002 in der Balthasar-Neumann-Stadt erfolgreich von AHCC, CC, KSCV und VAC veranstaltet wurde. Gleichzeitig wurde auch das 600-Jahr- Jubiläum der Julius-Maximilians- Universität gefeiert.
In seiner Festrede am Donnerstag beklagte der Präsident der Universität Würzburg, Prof. Dr. Dr. hc. mult. Theodor Berchem, selbst Korporationsstudent im Sondershäuser Verband musischer Verbindungen, Ehrenbandträger des CV (Gothia Würzburg) und Schirmherr der Veranstaltung, "die Lava der Beliebigkeit" in der die Universität unterzugehen drohe. Er bejahte das Prinzip der lebenslangen Bindung innerhalb der Korporationen, das schon immer ein Garant gegen die Gefahren der Anonymisierung und Vereinsamung gewesen wäre. Für die Stadt sprach der Würzburger Bürgermeister Dr. Adolf Bauer KV.
Der VAC-Vorsitzende Gerhard Daniel Palaiomarchia-Masoviae, Palaiomarchiae EM nannte in seinem Grußwort mehrere Zielrichtungen des Weltkorporationstags. Genannt seien: Aufnahme und Intensivierung eines weltweiten Dialogs zwischen den Korporationen und das Erkennen und Bündeln von möglichen Synergieen für den Erfolg der Studierenden.
Auf dem "Forum der Korporationen" stellten sich am Freitag Vormittag die Corps-Verbände, der Coburger Convent, der Wingolf, die Neue Deutsche Burschenschaft, Damenverbindungen und baltische Verbindungen vor. Eine "tour d'horizont" zu den mehrere hunderttausend Mitglieder umfassenden fraternities gab der TKE-Verantwortliche Timothy Murphy in einem gesonderten Vortrag.
Das Benefizkonzert in der Neubaukirche am Freitag Mittag war der Höhepunkt des kulturellen Programms. Der gebürtige Würzburger Professor Dr. Kurt Sassmannshaus von der Universität Cincinnati, Künstlerischer Leiter der "Internationalen Kunst- Akademie Liechtenstein", präsentierte mit vier jungen Stipendiaten musikalisches Können auf höchstem Niveau. "Lohn" dafür waren Applaus und ein Spendenscheck.
Mehr als 40 wissenschaftliche Vorträge wurden am Freitag Nachmittag und den gesamten Samstag über angeboten (siehe Kasten). Auf Grund der Fülle der Themen wurden Parallelveranstaltungen angeboten. Fast alle Veranstaltungen waren bis auf den letzten Platz besetzt. Der Coburger Convent wird in diesem Frühjahr in seiner Reihe "Historia Academica" die Referate in Auswahl herausgeben. Soviel sei vorab gesagt: Themenvielfalt und Qualität der Vorträge und workshops waren beeindruckend und gingen weit über den gebräuchlichen Kanon eines Verbände-Treffens hinaus.
Bis auf den letzten Platz war der Franconia-Saal im Congress- Centrum am Freitag Abend gefüllt. Geleitet von den Senioren der Würzburger Corps und Landsmannschaften, wurde ein vergnügter Kommers gefeiert. Prof. Dr. Roland Girtler des Symposion sprach zu "Rebell, Indianerforscher und Vagabund - Ein Beitrag zur weltbürgerlichen Tradition der Korporationsstudenten." Der CDA-Vorsitzende Jochen Schön, Landsmannschaften Brandenburg, Palaeomarchia und Salzburger, rief alle Verbände dazu auf, sich auch zukünftig an großen interkorporativen Veranstaltungen zu beteiligen. Begeistert aufgenommen wurden die musikalischen Einlagen der "Tunas" genannten spanischen Sängerschaften.
Die Akademische Abschlußveranstaltung am Samstag Nachmittag hatte als Ergebnis die Verfassung der auf den Seiten 8 und 9 abgedruckten Resolution. Einmütiges Votum aller Beteiligten war der Wunsch nach einer Wiederholung des WKT. Hier gälte es aber auch noch Überzeugungsarbeit bei Nicht-Teilnehmern zu leisten.
Mit dem Ball am Samstag Abend sowie einer ökumenischen Andacht - mit "Gaudeamus igitur" auf der Kirchenorgel - und einem Frühschoppen am Sonntag wurde der WKT beschlossen.
Der WKT war weit mehr als eine sehr gute Veranstaltung.
Michael Schur Cherusciae, Joanneae |