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Estnische Corpsstudenten zu Gast in Würzburg



Der Bad Kösener Bürgermeister Christoph Emus empfängt den Dank von Eckhardt von Creytz Sueviae Freiburg.

Mehr als 2000 Kilometer in 36 Stunden - und dabei insgesamt sechs europäische Länder durchquert. Die Rallye Paris - Dakar ist ein Kinderspiel dagegen, was eine Gruppe von zehn estnischen Corpsstudenten auf sich genommen hatte, um am Weltkorporationstag in Würzburg teilzunehmen. "Natürlich haben wir die Zeit im Auto ordentlich genutzt und hatten viel Spaß", sagt Andres Parmas vom Korps! Rotalia. Man habe sich die Zeit mit spontanen Gesängen und einigen Spielchen vertrieben, so wie es sich für Corpsstudenten gehöre, ergänzt der Fuchsmajor aus Tartu (Dorpat).

 

Bei allen Strapazen stand die WKT-Teilnahme für die Gruppe aus Estland aber nie in Frage. "Für uns ist es wichtig, viele Kontakte - auch im Ausland - zu knüpfen," erklärt Parmas weiter. Und genau dafür habe man die Zeit in Deutschland genutzt. So mischten sich die Aktiven während der vier Tage am Main munter unter die anderen WKT-Teilnehmer. Und Massenveranstaltungen sind den Esten nicht fremd: allein die Frauenverbindung Filae Patriae in Tartu hat mehr als 900 Mitglieder. Da kann ein gemütliches Abendessen schon mal einen größeren Umfang annehmen.


Die estnischen Besucher nahmen zahlreiche der angebotenen Vorträge wahr. "Es ist sehr interessant zu sehen, dass wir in Estland viele ähnliche gesellschaftliche Probleme haben wie es sie hier in Deutschland gibt - bei uns ist alles nur etwas kleiner", sagt Kristi Aule, eine von zwei Frauen in der Delegation.

 

Einige Esten nutzten ihren Kurztrip nach Deutschland aber auch, um ein bisschen sightseeing zu betreiben: neben einer ausgiebigen Erkundung Würzburgs und seiner Sehenswürdigkeiten wurde unter anderem Rothenburg o.d.T. besucht. "Wer weiß, wann wir mal wieder die Möglichkeit dazu haben", sagte Andres Parmas etwas zweifelnd, fügte aber noch an: "Viele deutsche Corps haben uns bereits zu einem weiteren Besuch eingeladen. Das freut uns natürlich sehr und wir werden bald versuchen, wieder hierher zu kommen. Es gibt noch soviel zu sehen."


Und vor allem gibt es für beide Seiten einiges zu lernen. Denn trotz ähnlicher Traditionen gibt es zwischen den estnischen und den deutschen Corps doch einige auffällige Unterschiede. "Wir würden uns freuen, wenn wir im Jahr 2003 zum Baltischen Völkerkommers auch Besuch aus Deutschland bekämen", verkündet Andres Parmas. Doch es gab auch Kritik von Seiten der estnischen Gäste zu hören. So erklärte Kristi Aule: "Für uns war es eine traurige Überraschung, wie feindselig manche deutsche Corpsstudenten miteinander umgehen." Solch eine Einstellung gäbe es in Estland nicht.

 

Doch dies konnte den Gesamteindruck der Reise nicht trüben. So nutzten die Esten spontan den Weltkorporationstag, um noch ein paar Tage länger in Deutschland zu verweilen. An den folgenden Tagen wurden noch einige traditionsreiche deutsche Studentenstädte und deren Corps - unter anderem Göttingen - besucht. So waren sich die Aktiven bei ihrer Abreise nach Estland einig: es wurden viele Kontakte nach Deutschland geknüpft und man freue sich bereits auf den nächsten Besuch. Dabei können auch die 2000 Kilometer Fahrtstrecke nicht abschrecken.

 

Leif Erichsen Palaiomarchia-Masoviae

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