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Großer Ostseepreis für Hans-Dieter Harig Saxoniae Hannover
Dr.-Ing. Hans-Dieter Harig, Vorstandsvorsitzender der E.on Energie, hat am 7. März 2002 in Kiel den "Großen Ostseepreis" der Prof. Werner-Petersen Stiftung für die Förderung wissenschaftlicher und sozialer Aktivitäten im Ostseeraum bekommen. Die Stiftung unterstützt wissenschaftliche Arbeiten, Fachtagungen und Austauschprogramme, wozu auch die Förderung des Wiederaufbaus des Kantmuseums in Königsberg gehört.
Den mit Euro 25000,- dotierten, erstmals vergebenen Preis hat der 1910 geborene Stifter selbst übergeben. Der Preis wurde Dr. Harig zuerkannt für seinen maßgeblichen und erfolgreichen Einsatz zur wirtschaftlichen Integration der Anrainerstaaten, insbesondere auch der Staaten des ehemaligen Ostblocks.
In seiner Laudatio verglich Anatoliy Tschubai, ehemaliger russischer Vizepremier und jetziger Chef der zentralen Energieversorgung RAO-EES, Harig mit Peter dem Großen, der Rußland nach Westen geöffnet habe, was nun Harig in umgekehrter Richtung getan habe. Das Terrain sei schwierig und erfordere Beharrlichkeit und Umsicht. Harig sei ein harter Verhandler, der zu getroffenen Vereinbarungen stehe. So sei jetzt mit der E.on Energie ein letter of intent für ein erhebliches Investitionsvolumen vereinbart worden. Harig sei ein Beispiel dafür, wie man Geschäfte machen muß - und das alles in ethischer Verantwortung und menschlicher Dimension.
Harig ist in Mecklenburg aufgewachsen, floh aber 1953 mit seiner Familie nach West-Berlin. Seine Berufung zum Vorstandsvorsitzenden der ehemaligen Preußen-Elektra war mehr als nur eine Berufung auf einen hervorragenden Job der deutschen Stromwirtschaft. Er konnte für seine Heimat, das frühere Versorgungsgebiet der Preußen-Elektra, den Norden und Nordwesten - die gesamte Küstenregion -, nach der Wiedervereinigung mit der ostdeutschen Stromwirtschaft zusammenführen und damit technische und politische Grenzen zu überwinden helfen.
Harig gilt - mit seiner 1993 geborenen Idee vom "Baltischen Ring" - gleichsam als Architekt der Integration Nordost-Europas in das europäische Stromverbundnetz.
Bei der Verleihungsfeier äußerte sich Harig auch kritisch zu deutschen Energiepolitik, insbesondere zur Kern- und Windenergie, begrüßte aber die Vereinbarung mit der Bundesregierung, durch die ein störungsfreirer Betrieb der Kernkraftwerke bis zum Auslauf gewährleistet würde. Energiepolitik müsse rational sein und nach Effizienz ausgerichtet werden. Er schloß seine Rede mit dem Wunsch und der Hoffnung, daß der Ostseeraum friedlich bleiben möge, denn hier liege auch im Interesse der Europäischen Union die Zukunft für Neues und Größeres.
Eberhard Kühn Saxoniae Hannover |