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Hochschule im 21. Jahrhundert / 4. TeilVon Professor Dr.-Ing. Harald Ortwig Marko-Guestphaliae, Marchiae Brünn zu Trier
Fortsetzung von CORPS 4 / 2002
Professuren Auf eine Universitätsprofessur sollen im Regelfall Juniorprofessoren berufen werden. Alternative Wege für eine Berufung auf eine Professur sind die Qualifizierung aufgrund beruflicher Tätigkeit, die wissenschaftliche Qualifizierung im Ausland oder die Qualifizierung durch wissenschaftliche Tätigkeit als wissenschaftlicher Mitarbeiter an einer Hochschule oder außeruniversitären Forschungseinrichtung.
Professoren an Universitäten sollen ihre über die Promotion hinaus als Einstellungsvoraussetzung geforderten zusätzlichen wissenschaftlichen Leistungen künftig in der Regel im Rahmen einer Juniorprofessur erbringen. Andere Qualifizierungswege sind damit nicht verschlossen. Dies gilt insbesondere für den Bereich der Ingenieurwissenschaften, wo der klassische akademische Werdegang schon vor vielen Jahren verlassen wurde und die "Postdoc- Phase" sowie die abschliessende Qualifizierung für das Lehramt an Hochschulen üblicherweise im Rahmen einer Industrietätigkeit außerhalb der Hochschule absolviert wird.
Die Berufung auf eine Professur soll bei Juniorprofessoren auf Dauer erfolgen. Es wird davon ausgegangen, dass die Bewährung als Hochschullehrer in der Forschung und gerade auch in der Lehre angesichts der bis zu sechsjährigen Juniorprofessur mit hinreichender Sicherheit beurteilt werden kann.
Die Berufung von Juniorprofessoren auf eine Professur kann im Rahmen eines ordentlichen Berufungsverfahrens auch an derselben Hochschule erfolgen. Voraussetzung ist allerdings, dass sie von auswärts auf die Juniorprofessur berufen wurden oder nach der Promotion eine mehrjährige wissenschaftliche Tätigkeit außerhalb der berufenden Hochschule ausgeübt haben.
Für die Fachhochschulen wird von der Beibehaltung des bewährten berufspraktischen Qualifikationswegs nicht nur im Ingenieurbereich ausgegangen.
Bei den gesetzlichen Einstellungsvoraussetzungen für Professoren künstlerischer Fächer ist insgesamt auf hervorragende Leistungen im Sinne von eigenständigen und bedeutenden Beiträgen zur Kunst abzustellen, die regelmäßig außerhalb des Hochschulbereichs erbracht werden. Der Normalfall ist daher die Qualifizierung durch Beruf im außerhochschulischen Bereich. Da die eigentliche künstlerische Reputation, die für eine Berufung unerlässlich ist, außerhalb des Hochschulsystems erworben wird, könnte eine künstlerische Juniorprofessur die bisherigen Qualifikationswege nicht ersetzen, sondern allenfalls flankieren und erweitern.
Fortsetzung in der nächsten CORPS-Ausgabe
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