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Humboldt-Universität

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Es ist die Gründungskonzeption Wilhelm von Humboldt die der 1810 eröffneten Berliner Universität den Titel "Mutter aller modernen Universitäten" hat zukommen lassen. 

Danach sollte eine "Universitas litterarum" entstehen, in der die Einheit von Lehre und Forschung verwirklicht und eine allseitige humanistische Bildung der Studierenden ermöglicht wird. Dieser Gedanke verbreitete sich weltweit und ließ in den folgenden anderthalb Jahrhunderten Universitäten gleichen Typs entstehen. 

Beeinflusst wurde das Konzept des Gelehrten und Staatsmannes Wilhelm von Humboldt unter anderem von den Reformideen des Philosophen Johann Gottlieb Fichte, dem ersten gewählten Rektor der Berliner Universität, und dem Theologen und Philosophen Friedrich Schleiermacher.

Der Preußenkönig Friedrich Wilhelm III. stiftete der Universität ihr erstes Gebäude - das ehemalige Palais des Prinzen Heinrich von Preußen an der berühmten Prachtstraße Unter den Linden.  Im Zuge der Erweiterung der Universität, die seit 1828 "Friedrich-Wilhelms-Universität" hieß, wurden auch in der Stadt bereits vorhandene Einrichtungen schrittweise eingegliedert werden.  Unter anderem die Charité, vormals ein Quarantänehaus für drohende Pestepidemien vor der Stadt, das schon 1726 als Garnisons- und Bürgerlazarett zur militärmedizinischen Ausbildungsstätte und zu einer Übungsschule für angehende Ärzte und Wundärzte wurde.  Im Jahre 1829 bezog die Medizinische Fakultät diesen Standort. 

Mit dem Bau von Instituten für die Naturwissenschaften in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts entstanden modernste Forschungs- und Lehreinrichtungen. Als Veterinärmedizinische Fakultät wurde die bereits 1790 entstandene Tierarzneischule und als Landwirtschaftliche Fakultät die 1881 gegründete Landwirtschaftliche Hochschule der Universität angegliedert. Für die seit 1810 zur Universität gehörenden naturhistorischen Sammlungen wurde 1889 ein Gebäude in der Invalidenstraße 43 eröffnet, das heutige Museum für Naturkunde. Und durch die enge Verflechtung von klinischen und vorklinischen Einrichtungen für die Medizinische Fakultät entstand um die Jahrhundertwende eine großzügige räumliche Verbindung von Wissenschaftsdisziplinen. 

Seit 1908 ist es auch für Frauen möglich, ein Studium aufzunehmen. Schon bald konnten sie als Assistentinnen und außerordentliche Professorinnen in Forschung und Lehre tätig sein, wie z. B. die Physikerin Lise Meitner. Ordentliche Berufungen von Frauen erfolgten jedoch erst nach 1945.

Mit der Vertreibung jüdischer Gelehrter und Studierender sowie politischer Gegner des Nationalsozialismus, einschließlich ihrer Vernichtung, hatten der Universität in der Zeit von 1933 bis 1945 schweren Schaden zugefügt. Die Beteiligung von Studierenden und Lehrenden an der Bücherverbrennung vom 10. Mai 1933 war ein für die Universität besonders beschämendes Ereignis. Viele Gelehrte verließen daraufhin und in den sich anschließenden Kriegsjahren die Lehranstalt, die einst als Heimstätte des humanitären Denkens galt.

Große akademische Leistungen und internationale Attraktivität bestimmten die ersten Jahrzehnte des 20. Jahrhunderts. Den ersten Nobelpreis für Chemie erhielt der Niederländer Jacobus Henricus van't Hoff im Jahre 1901 für seine Forschungen über die Gesetze der chemischen Dynamik. Der Altertumswissenschaftler Theodor Mommsen veröffentlichte bahnbrechende Arbeiten zur römischen Geschichte und erhielt im Jahre 1902 dafür den Nobelpreis für Literatur. 27 weitere Nobelpreise zeugen von der überragenden wissenschaftlichen Leistung von Gelehrten, die je an der Berliner Universität tätig waren. Der Chemiker Walter Nernst und die Physiker Max von Laue, Gustav Hertz und James Franck seien genannt. Der Mediziner Emil von Behring erhielt für die Entwicklung eines wirksamen Diphterie-Heilmittels den ersten Nobelpreis für Medizin, einige Jahre später Robert Koch, der Entdecker der Erreger der Tuberkulose und der Erreger der Cholera. Als im Jahre 1954 dem Mitbegründer der Quantenmechanik, Max Born, für die "Begründung, einer neuen Art, über die Naturerscheinungen zu denken" (Born) der bisher letzte Nobelpreis an einen (ehemaligen) Universitätsangehörigen verliehen wurde, hatte die Universität ein schwarzes Kapitel deutscher Geschichte durchlebt. 

Geschwächt durch den hohen Verlust wissenschaftlichen Potentials, erfolgte die Wiederaufnahme des Lehrbetriebes im Januar 1946 in den teilweise kriegszerstörten Gebäuden in zunächst sieben Fakultäten. Die politischen Auseinandersetzungen der Nachkriegszeit und der Protest von Studierenden und Angehörigen des Lehrkörpers gegen die zunehmende kommunistische Einflussnahme auf die Universität führten zu einer Spaltung im Lehrkörper und in der Studentenschaft und im Dezember 1948 zur Gründung der Freien Universität Berlin im damaligen amerikanischen Sektor der Stadt. 

Seit 1949 trägt die Universität den Namen der Brüder Alexander und Wilhelm von Humboldt. Unter dem Einfluss der Hochschulreformen von 1950/51 und 1967/68 nahm die Hochschule jedoch eine Entwicklung, die entgegen der früheren akademischen Traditionen Studieninhalte, Studienablauf und Forschungsbedingungen im Sinne einer vorherrschenden Ideologie völlig veränderte. Dennoch konnte auf einigen Gebieten der internationale Anschluss wieder hergestellt und durch weltweite Kooperationen gefestigt werden. Hervorzuheben sind die teilweise langjährigen und intensiven, heute noch deutschlandweit einmaligen Forschungs- und Austauschbeziehungen zu Hochschulen in Osteuropa, insbesondere mit der ehemaligen Sowjetunion. In Westeuropa gab es seit den 70er Jahren eine vertraglich vereinbarte wissenschaftliche Zusammenarbeit mit nahezu allen hauptstädtischen Universitäten. Ebenso gab es intensive Kooperationsbeziehungen mit Universitäten in Japan und den USA, aber auch mit Entwicklungsländern in Asien, Afrika und Lateinamerika.

Mit der Vereinigung der beiden deutschen Staaten  im Oktober 1990 ergriff die Humboldt-Universität zu Berlin die Chance, bei explizitem Anknüpfen an ihre älteren Traditionen in ihren internationalen Kooperationsbeziehung die Internationalisierung von Lehre und Forschung stetig weiter zu erhöhen sowie die Mobilität der Studierenden auf ein neues Niveaus zu führen.

Das Lehr- und Forschungsprofil der Universität umfasst alle grundlegenden Wissenschaftsdisziplinen in den Geistes-, Sozial- und Kulturwissenschaften, der Humanmedizin, den Agrarwissenschaften sowie der Mathematik und den Naturwissenschaften. 

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Heute werden an der Humboldt-Universität 224 Fachstudiengänge bzw. Studienfächerkombinationen angeboten. In 19 Disziplinen bestehen Diplom-Studiengänge, hinzu kommen die Diplom-Studiengänge Dolmetschen und Übersetzen in jeweils zwölf Sprachen, darunter vielen osteuropäischen. Das Magister-Studium kann in 59 verschiedenen Fächern absolviert werden. Zum Studienangebot gehören schließlich die mit einer Staatsprüfung abschließenden Studiengänge Rechtswissenschaft, Medizin, Zahnmedizin und Pharmazie (auslaufend) sowie das Hochschulexamen oder Kirchliche Examen im Fach Evangelische Theologie. Es wird eine große Breite an Lehramtsstudiengängen angeboten, einschließlich des Lehramts an Sonderschulen mit seinen Spezialisierungsrichtungen.

 

Im Wintersemester 2001/2002 waren 36.500 Studenten an der Humboldt-Universität eingeschrieben. Das sind 26 Prozent aller in Berlin lebender Studenten. Ungefähr 12 Prozent der Studenten der Humboldt-Universtiät kamen aus dem Ausland. Der Anteil der weiblichen Studenten wurde mit 58 Prozent angegeben.

 

Die Humboldt-Universität hat eine sehr gute philosophische Fakultät. Die Fächer Jura und Betriebswirtschaftslehre locken mit freundlichen Studienbedingungen. Wer in Berlin Medizin studieren möchte, sollte dies an der HU tun. Im Virchow-Klinikum und der Charité können angehende Mediziner praktische Erfahrungen sammeln.

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