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Schlachtfest bei Hubertia München
Der „Frischling" - sprich der neu hinzugekommene Gast - auf dem jährlich im März /April gefeierten Schlachtfest der Hubertia München glaubt seinen Augen nicht zu trauen: Alles beginnt wie sonst bei einer stimmungsvollen und sehr gut besuchten Kneipe auf einem Corpshaus. Und dann ist alles anders. Ober haben Sie schon einmal eine Veranstaltung erlebt, bei der ein Conferencier alles und jeden geistreich und mit viel Esprit durch den Kakao zieht? Und bei der inmitten rauchverhangener Luft Künstler des Staatstheaters am Gärtnerplatz Arien zum Beispiel aus „Hoffmanns Erzählungen, „Die Fledermaus" oder „La Traviata„ vortragen? Und in der ein Kabarettist auftritt? Die Auflistung ist fortsetzbar.
Wie ein nicht enden wollender Fortsetzungsroman, bei dem das Lesen eines Teils schon die Vorfreude auf den nächsten Teil in sich birgt - so ist das Schlachtfest der Hubertia München, das seit 1924 fast in jedem Jahr gefeiert wurde. Dieses Jahr am 16. März unter dem Motto „Frankenschweins Sache„.
Erster Teil der „seria infinita„: 1924 wurde das erste Schlachtfest der Hubertia gefeiert. Initiator war Ludwig Bindewald I Hubertiae, der nach der Abschiebung durch die französische Besatzungsmacht nach dem ersten Weltkrieg -Bindewald hatte sich der Abholzung der bayerischen Pfalz widersetzt - zur Erinnerung an seine Heimat zum ersten Schlachtfest nach Pfälzer Art einlud. Das Fest wurde mit seiner raffinierten Mischung aus kulinarischen und künstlerischen Genüssen schnell zu einer weit über Hubertia ausstrahlenden Veranstaltung, die Sänger und Musiker der Münchner Theater sowie Volkskünstler auf dem jährlich wechselnden Spielplan aufführte. 1934 wurde eigens ein „Orden der goldenen Sau„ für verdiente Künstler, Mithelfer und ausdauernde Teilnehmer geschaffen, dessen höchste Stufe, der Os-Win, dem Hollywood-Oscar nachempfunden ist. Eine Aufstellung aus dem Jahr 1979 zeigt die kulinarischen Dimensionen. Damals wurden verzehrt: vier ganze Schweine, 800 Bratwürste und 120 Kilo Wurstwaren. Getrunken wurden 1000 Schoppen Wein, 28 Flaschen Sekt 188 Glas Bier und 100 Glas alkoholfreie Getränke. „Der Wein wird aus um die 30 Angeboten jährlich neu ausgesucht", gibt Klaus Zehner Hubertiae, Budissae einen Einblick in die Vorbereitungen. „Es war halt doch ein schönes Fest" heißt es im Lied. Es wird wieder ein sehr schönes Fest werden. Dessen ist sich sicher
Michael Schur Cherusciae, Joanneae
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