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Pressespiegel

„Der Unispiegel" schreibt in der online-Ausgabe vom 25. November 2004 unter der Überschrift: „Studentenverbindungen. Vernarrt in Ehre, Freiheit, Vaterland."

(von Max Schulz) „Was haben Friedrich Merz, Thomas Gottschalk, Horst Mahler und Rezzo Schlauch gemeinsam? Alle waren oder sind Mitglieder von Studentenverbindungen und folgten damit alten Traditionen - ein Überblick. Die Szene der Studentenverbindungen ist vielfältig und vor allem an traditionsreichen Hochschulstandorten noch recht vital. Grundsätzliches zu den Verbindungen: Die meisten Korporationen sind Männerbünde. Frauen dürfen bei den wichtigsten Veranstaltungen wie Kneipen, Conventen oder Mensuren nicht anwesend sein. Außerdem werden die Zimmer auf den Verbindungshäusern nur an männliche Studenten vermietet. Es gibt aber auch gemischtgeschlechtliche Verbindungen oder reine Frauenverbindungen, die allesamt nicht schlagend sind.

Ehemalige Studenten („Alte Herren") unterstützen das Leben auf dem Verbindungshaus finanziell. Es herrscht sozusagen ein umgekehrter Generationenvertrag. Durch den Kontakt zu Alten Herren und Bundesbrüdern entsteht ein institutionalisiertes Netzwerk an persönlichen Kontakten, was früher als Protektion bezeichnet wurde.

Die Corps sind pflichtschlagende, farbentragende Männerbünde, die sich politisch nicht festlegen wollen (Toleranzprinzip), aber als konservativelitär gelten. Jeder männliche Student kann Mitglied bei einem Corps werden. Die Corps sind aus historischen Gründen in zwei verschiedenen Dachverbänden organisiert, dem Kösener Seniorenconvent und dem Weinheimer Seniorenconvent. Innerhalb des Kösener Verbandes gibt es noch recht skurrile Aufteilungen in so genannte Kreise. Ein Beispiel sind grüne Corps wie das Corps Hansea Bonn, die dem „Schäbigkeitsprinzip" verpflichtet sind. Dann gibt es noch den blauen Kreis (Gesellschaftsprinzip), schwarzen Kreis (Fechtprinzip) und weißen Kreis (Hochadel). "

 

Die „Frankfurter Neue Presse" schreibt in der Ausgabe vom 20. Dezember 2004 unter der Überschrift: „Studentenverbindungen zwischen Nazi-Schwärmerei und Tradition. Burschenschaften im Zwielicht."

„Die Nachricht hat alten Vorurteilen neue Nahrung gegeben: Ausgerechnet den Rechtsextremisten Jürgen Rieger hatte sich die Kasseler Burschenschaft Germania im November als Gastredner eingeladen. Die Staatsanwaltschaft ermittelt inzwischen gegen Rieger wegen Volksverhetzung. Doch solche Kontakte sind Einzelfälle unter den zahlreichen deutschen Studentenverbindungen – neben den Burschenschaften gibt es Corps, Turner-, Sängerund Landsmannschaften, außerdem katholische und evangelische Vereinigungen. „Sie müssen da gut differenzieren. Erstens darf man die Burschenschaften nicht mit den übrigen Verbindungen gleichsetzen. Zum anderen sind es nur vereinzelte Fälle, bei denen wir eine gewisse Affinität zu Rechtsextremen feststellen", sagt dazu Lutz Irrgang, Chef des hessischen Verfassungsschutzes. Die Mehrzahl der gut 1000 studentischen Verbindungen in Deutschland hätte nichts mit Neo-Nazis oder rechtem Denken zu tun. So habe etwa die Hälfte der Korporationen einen religiösen Hintergrund. „Die fallen in dem Zusammenhang sowieso raus". Auch die in Corps und Landsmannschaften organisierten Studierenden und Alten Herren verfolgten zwar durchaus gesellschaftspolitische Ziele, seien aber nicht national orientiert. Das, so Irrgang, habe seinen Ursprung in der Geschichte der jeweiligen Verbindungen. Auch wenn die meisten heute existierenden Corps Neu- oder Wiedergründungen sind – im Dritten Reich waren die studentischen Gruppierungen verboten – gehen ihre Wurzeln bis ins 17. Jahrhundert zurück. Sie entstanden aus dem Bedürfnis heraus, sich in den Universitäten, die weit von der Heimat entfernt lagen, gegenseitig zu unterstützen. Beeinflusst von den Ideen der Aufklärung plädierten die Gruppen für die Abschaffung des Absolutismus. Dennoch haben die Verfassungsschützer ein Auge auf die Studentenbünde. Neben der Kasseler Germania beschäftigen sie sich noch mit zwei weiteren hessischen Burschenschaften. „Aber sie sind keine Beobachtungsobjekte", sagt Irrgang. Etwas anders sieht es beispielsweise in Bayern aus. Dort fanden die Verbindungen einzelner Burschenschaften, etwa der Münchner Danubia, zu Rechtsextremen bereits Niederschlag im jährlichen Verfassungsschutzbericht. „Ich glaube nicht, das die Burschenschaften etwa die NPD salonfähig machen können", sagt Irrgang. Oder wollen. Deshalb rät er den Dachverbänden, sich von den Gruppen, die zum Rechtsextremismus neigen, zu distanzieren und sie aus dem Verband zu werfen."

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