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Globales Forum unserer Ideale



Gerhard Daniel



Gerhard Wilk

VAC und AHCC sind die Veranstalter des Weltkorporationstags in Würzburg vom 14. bis 17. November 2002. CORPS sprach mit dem VACVorsitzenden Gerhard Daniel Palaiomarchia-Masoviae, Palaiomarchiae EM und dem AHCC-Vorsitzenden Gerhard Wilk Landsmannschaft Preußen Berlin.

 

 

CORPS: Auf dem Weltkorporationstag vom 14. bis 17 November 2002 in Würzburg werden sich erstmals in der Geschichte des Korporationsstudententums Angehörige von Studentenverbindungen aus aller Welt treffen. Ein globales Forum mit welchem Ziel?

 

Gerhard Wilk: Wir verfolgen mit diesem Congress zunächst das Ziel, unseren eigenen Mitgliedern in Deutschland und Österreich zu zeigen, dass sie als Korporierte nicht allein auf der Welt sind, sondern dass die Ideale des Korporationsstudententums weltweit gepflegt werden, auch wenn Traditionen und Bräuche unterschiedliche Ausprägungen haben. Wir wollen die Kontakte, die sich ergeben, auch nach dem Congress weiter beibehalten. Ein weiteres Ziel ist es, der Öffentlichkeit zu zeigen, dass wir nach wie vor an deutschen Hochschulen präsent sind und dass es sich auch für heutige Studenten lohnt, in einer Korporation aktiv zu werden.

 

CORPS: Die Julius-MaximiliansUniversität Würzburg feiert in diesem Jahr das 600jährige Bestehen. Wie gestaltet sich die Zusammenarbeit zwischen Weltkorporationstag und der Universität?

 

Gerhard Daniel: Wir sind sofort mit offenen Armen empfangen worden. Der Präsident der Universität, Magnifizenz Professor Dr. Theodor Berchem, hat spontan die Schirmherrschaft über diesen Congress übernommen. Ganz bemerkenswert ist die Hilfsbereitschaft seitens der Universität, und das, obwohl das Jubiläumsjahr eine große Anzahl anderer Veranstaltungen vorsieht.

 

CORPS: Stichwort „Wissenschaftliches Programm“. Mit solch einem konzentrierten Angebot hat sich die Korporationen innewohnende geistige Kraft und deren Angebote für die Gesellschaft bisher nie präsentiert. Haben wir unser Licht zu lange unter den Scheffel gestellt?

 

Wilk: Das wissenschaftliche Programm wird zu einem großen Teil von unseren Mitgliedern getragen. Hier steckt ein Potential, das wir sowohl für die Bildungsarbeit als auch für unser Image in der Öffentlichkeitsarbeit noch lange nicht ausgeschöpft haben.

 

CORPS: Traditionen und Bräuche, Ideale und Zukunftsvorstellungen von Korporationen können weltweit durchaus verschieden sein. Können wir voneinander lernen,

ohne dabei unsere individuelle Identität aufzugeben?

 

Daniel: Es wäre borniert zu glauben, dass nur die eigene Tradition und die eigene Lebensweise die allein selig machende ist. Natürlich ist die eigene Tradition Grundpfeiler der eigenen Identität. Es gehört aber zu unseren Traditionen, Innovationen auf ihre Verwendbarkeit für uns zu überprüfen und gegebenenfalls auch zu adaptieren. Hätten Korporierte dies nicht schon immer getan, gäbe es nicht so viele erfolgreiche Mitglieder studentischer Verbindungen.

 

CORPS: Der AHCC und der VAC sind Gastgeber und Organisatoren des Weltkorporationstages. Ist solch eine intensive und fruchtbare Zusammenarbeit beispielgebend für ein Zusammenrücken der pflichtschlagenden Verbände ?

 

Daniel: Realiter ist diese gemeinsame Veranstaltung schon ein Ergebnis der seit mindestens zwei Jahren anhaltenden intensiveren Zusammenarbeit der Verbandsspitzen. Gab es zuvor jährlich ein „Drei-Verbände-Gespräch“, so gibt es diese Konferenzen jetzt mindestens quartalsweise.

 

Wilk: Der Coburger Convent unterstützt ausdrücklich alle Bemühungen zur gemeinsamen Präsentation der pflichtschlagenden Verbindungen nach innen und nach außen. Dies ist nicht nur das Bestreben der Verbandsspitzen. Auch an der Basis bei den örtlichen Vereinigungen an den Hochschulorten und bei den Vereinigungen der Alten Herren der Verbände ist eine deutliche Tendenz zum Zusammenrücken erkennbar.

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