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Wiedervereinigung von Frisia und Friso-LuneburgiaAm 12. Februar 2005 wurden das Göttinger Corps Frisia und das Kölner Corps Friso-Luneburgia zum „Corps Frisia - Corps der Friesen und der Lüneburger" wiedervereinigt. Beide Corps haben mit der im Jahre 1811 gegründeten Landsmannschaft Frisia, die im selben Jahr erstmals im Göttinger SC vertreten war, eine gemeinsame Wurzel. Ein Jahr später kam es zur Vereinigung mit dem Corps Bremensia, unter dem Namen FrisoBremensia. 1817 gab es eine Trennung, die zu einem eigenständigen Corps Frisia führte. Nach einer wechselvollen Geschichte kam es im Jahr 1854 zum sogenannten Corpskrach mit der Folge der Spaltung in das Corps Friso-Luneburgia und die „Friesenkneipe". Die Friso-Luneburgia existierte in Göttingen bis zur Suspendierung im Jahr 1868. Sie wurde 1920 rekonstituiert und von Göttingen nach Köln verlegt, wo die von Napoleon geschlossene Universität 1919 wiedereröffnet worden war. Seit 1971 ist der Aktive Bund erneut suspendiert. Die Friso-Luneburgia war nach der Suspension zirka 25 Jahre durch einen Kooperationsvertrag mit dem Corps Silesia zu Köln eng verbunden, bis auch dieser Bund aus Nachwuchsmangel suspendierte. Dessen Aktivitas war praktisch auch die der Kölner Friesen. Aus dieser Zeit gibt es Mitglieder der Friso-Luneburgia, die nach 1971 aktiv waren. Aus der „Friesenkneipe" ging im Jahr 1913 die Burschenschaft Frisia hervor, die der Deutschen Burschenschaft angehörte. Im Jahr 2003 verließ die Frisia diesen Dachverband. Im Jahr 2004 erfolgte die Aufnahme in den WSC (vgl. CORPS 4/2004, Seite 18). Das Besinnen auf die gemeinsamen Wurzeln war der Anstoß für Überlegungen zu einer Vereinigung. Die Frage war, ob die gemeinsame Geschichte, die 150 Jahre zurückliegt, als Basis für eine gemeinsame Zukunft ausreicht. Entscheidend ist sicher, daß – wie man zu sagen pflegt – „die Chemie" zwischen den Mitgliedern beider Verbindungen stimmt. Das war nur zu klären, indem sich möglichst viele begegneten und feststellten, ob man zueinander „paßt". Bei wechselseitigen Besuchen und gemeinsamen Veranstaltungen wurden sehr schnell persönliche und freundschaftliche Kontakte geknüpft. Den Höhepunkt des gegenseitigen Kennenlernens bildete die Tatsache, daß die Kölner Friesen im Juni 2004 ihr 150. Stiftungsfest auf dem Haus der Göttinger Friesen feierten. (s. CORPS 3/2004, Seite 18). Alle Beteiligten hatten angesichts der Vorgeschichte jeweils überzeugende Mehrheiten bei den CORPS erforderlichen Abstimmungen erwartet. Die dann festgestellten Einstimmigkeiten haben die Richtigkeit des gemeinsam eingeschlagenen Weges und die Überzeugung, für die Zukunft gut gerüstet zu sein, eindrucksvoll unterstrichen. Der Zusammenschluß eines ehemaligen Kösener Corps und einer früheren Burschenschaft ist gewiß ungewöhnlich und hat zum Teil auch kritische Kommentare hervorgerufen. In der Tat wäre ein solcher Vorgang vor vielleicht nur fünf Jahren undenkbar gewesen. Die Beteiligten haben aber – unabhängig von den sich sehr schnell entwickelnden persönlichen Freundschaften – vor allem eines gesehen: Studentische Verbindungen, insbesondere solche, die sich zum Farbentragen und Fechten bekennen, sollten, bevor sie das Trennende hervorheben, zunächst das Gemeinsame bedenken. Das war die Orientierung sowohl für die Kölner als auch für die Göttinger Friesen in ihrem Bemühen, vermeintlichen oder tatsächlichen Unterschieden in ihrer Geschichte und in ihrer bisherigen Zugehörigkeit zu verschiedenen Verbänden den angemessenen Stellenwert beizumessen. Das wenige Unterschiedliche verschwindet hinter dem ganz überwiegenden Gemeinsamen. George Turner Frisiae Göttingen |