Was sind Corps?



Corpsstudenten schließen lebenslange Freundschaften.
Foto: v. Gemmingen

Corps sind eine besondere Form der Studentenverbindung in Deutschland, Österreich und der Schweiz sowie im Baltikum, die sich seit rund 200 Jahren bewährt hat. Studenten schließen sich in Corps zusammen, um ihr Studium gemeinsam zu gestalten, um zusammen zu feiern, Spaß zu haben und lebenslange Freundschaften zu schließen. Das gilt bis heute. 

Toleranz ist ein wichtiges Merkmal. Corps sind weder politisch noch konfessionell gebunden. Auch Nationalität oder Herkunft spielen als Aufnahmekriterium keine Rolle. Was zählt, sind die Persönlichkeit, der Charakter und die Tatkraft des jungen Studenten. Auf dieser Basis entstehen Freundschaften, die ein Corps ausmachen.



Corpsstudenten treffen sich auf der Rudelsburg bei Bad Kösen, Foto: A. Fehlig

Gemeinsame Veranstaltungen

Zentrum des Gemeinschaftslebens vieler Corps ist das Corpshaus, oft eine repräsentative Villa in Universitätsnähe. Hier wird den Studenten nicht nur preiswerter Wohnraum geboten, sondern viel Platz für gemeinsame Freizeitaktivitäten und größere Veranstaltungen. Dadurch ergeben sich auch viele Möglichkeiten, interessante Menschen aus allen Studienfächern und Berufsgruppen kennen zu lernen. So stehen den jungen Corpsstudenten Möglichkeiten offen, die andere Studenten nicht haben, wenn sie auf sich allein gestellt sind. Das Netzwerk der Corps funktioniert und die Gemeinschaft hält ein Leben lang.

 

Corpsstudenten pflegen Traditionen, die teilweise bereits aus dem 18. Jahrhundert übernommen und im Laufe der Zeit weiterentwickelt worden sind. Dazu zählen unter anderem die demokratische Entscheidungsfindung in „Conventen“ und das Veranstalten von „Kneipen“ als besondere Form der Abendveranstaltung. Corpsstudenten tragen ihre Farben als Erkennungszeichen im Brustband und an ihrer Mütze. Auch die Mensur, das studentische Fechten mit scharfen Waffen, spielt für die Corps eine große Rolle.

 

Die Corps sehen sich als Studentenverbindung und als Akademikerverband. Nach dem Studium treten die Corpsstudenten in den Altherrenverband ihres Corps ein und unterstützen die jungen Mitglieder durch Mitgliedsbeiträge, Spenden und persönliche Ratschläge, übernehmen aber auch eine Vorbild-Funktion. Corpsstudenten sind gehalten, ein gutes Examen abzulegen, und sind bereit, überdurchschnittliche Leistungen in Wirtschaft, Staat und Gesellschaft zu erbringen.


Aus und in aller Welt

Über 20.000 studierende und berufstätige Menschen in Mitteleuropa und anderen Ländern der Welt nennen sich Corpsstudenten. Die Corps-Mitglieder stammen nicht nur aus vielen Ländern Europas, sondern auch aus Amerika, Asien und Afrika.

 

An allen wichtigen akademischen Zentren Mitteleuropas sind die Corps präsent. Die rund 160 aktiven Corps sind an über 60 Universitäten und Hochschulen in Deutschland, Österreich und der Schweiz vertreten und gehören an ihren Standorten zu den ältesten und traditionsreichsten akademischen Gemeinschaften.

 

Befreundete Institutionen befinden sich in Leuven/Belgien, Riga/Lettland und Budapest/Ungarn.

 

Die örtlichen Vereinigungen der Alten Herren befinden sich an 150 Orten in Mitteleuropa und anderen Ländern der Welt, so zum Beispiel in England, Frankreich, Spanien, Schweden, den USA, China, Chile und Brasilien.

 

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